Kluge ADS
02.06.08 (Gesundheit, Kinder)
Ich habe heute die Testergebnisse von meinem Sohn erfahren. Es war so ähnlich wie ich mir das schon vorgestellt habe. Intelligenz überdurchschnittlich. Jedoch der Teil im Test, der Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert unterdurchschnittlich.
Empfehlung, war mir auch klar, Tabletten. Sei eine klassische ADS. Ich habe dann nochmal meine Bedenken wegen des Medikamentes geäußert und dann mußte ich mir wieder anhören, dass sie sich notierte ich sei ja eine “Kluge-ADS” Mutter. Da hat sie wieder darauf geschlossen, weil ich sie nochmal zu dem Medikament befragte, wo sie mir das vor mehr als 3 Monaten, bereits alles erklärt hat. Ich will mal den sehen, der sich einen Monolog von über einer Stunde über 3 Monate merkt und dann noch alles wiedergeben kann. Ich hab ihr auch mal gesagt, dass ich mit ihrer Diagnose was mich betrifft überhaupt nicht übereinstimme, weil ich mich schon immer spitze konzentrieren konnte. Sie meinte dann, dass ADS ja nicht nur die Konzentration betrifft. Ah ja. Was sonst noch, hat sie aber nicht ausgeführt.
Ich verstehe dass mein Sohn Sohn mit dieser argen Diskrepanz wirklich Probleme hat, dem Unterricht zu folgen und in der Schule das zu leisten was er könnte. Aber ich habe immer noch Angst vor den Tabletten und kann einfach nicht glauben, dass man sagt, nimm Tabletten und dann nix weiter. Wenn dann wenigstens eine begleitende Therapie dabei wäre. Ich weiß auch im Moment nicht weiter….
Die Frau Doktor hat dann auch meine 3-jährige, die wirklich leise auf dem Boden im Behandlungszimmer mit Autos spielte quasi aus dem Zimmer geworfen, weil sie beim Spielen gesprochen hat. Hat sie rausgebracht und ihr dann draußen Spielzeug gegeben. Sie wäre sonst nicht so, aber heute hat sie das gestört. Dann kam meine Kleine auch öfter rein und die Ärztin ist ja an Konsequenz das Gegenteil von mir nehme ich an. Hat dann ziemlich bestimmt gesagt, wie die Maus die Tür aufmachte: “Rein oder raus”. Dann ist meine Maus wohlweislich immer wieder verschwunden oder rausgebracht worden.
Ich habe dort in der Praxis zum zweiten Mal Kopfschmerzen bekommen, die jetzt leider immer noch nicht weg sind. Allerdings hatte ich noch nicht meinen Morgenkaffee intus, weil ich keine Zeit hatte. Auf Kaffeeentzug kriege ich leider auch manchmal Kopfweh.
Auf jeden Fall hat sie ganz richtig gemeint, dass das Schulsystem nicht auf intelligente Kinder mit ADS ausgerichtet ist. Aber sind Tabletten die Lösung? Bin echt ratlos.
02.06.08 um 19:17
Ich weiß auch nicht, was ich von all den Medikamenten halten soll.
In meiner Jugend gab es halt den einen oder anderen “Zappelphillipp”,
und gut war …
Was macht man dann mit den Kinder, die zu verträumt sind? Aufputschmittel?
Klingt mir irgendwie alles etwas nach medikamentöser Gleichschaltung …
Aber ist nur meine Meinung
Tobias
02.06.08 um 19:40
Hallo Claudi
Sag mal, hast du vielleicht schon mal was von den so genannten “Indigo-Kindern” gehört?
Ist wohl eine Bezeichnung aus dem “esoterischen Bezirk” und ich erinnere mich, davon gelesen zu haben; vor allem aber auch im Zusammenhang mit ADS.
…Und von Tabletten halt ich auch so rein gar nix…kann auch deine Hilflosigkeit da voll verstehen.
Liebe Grüße
Vera
03.06.08 um 10:40
@tobias:
Tja das Problem ist eben, dass mein Sohn aufgrund seines Benehmens die gute Chance hat auf die Hauptschule oder eine Sonderschule zu fliegen, wenn ich weiter zuschaue. Er ist kein Zappelphillipp hat aber trotzdem auf jedem Gebiet so viele Defizite, dass er mit niemandem und nichts klarkommt.
Und wenn ich immer nachlese was das Zeug für Nebenwirkungen hat, geht es mir auch nicht besser, weil ich ja nicht dafür bin Probleme mit den Tabeletten zuzudecken.
03.06.08 um 10:44
@Vera:
Ja mein Sohn soll sogar ein Indigo-Humanist sein. Das bringt mir aber leider nirgends etwas, weil ich damit in der Schule nicht hausieren gehen kann. Das Problem ist, wenn Du anders bist, fällst Du eben durchs Schulsystem und ich glaube auf der Hauptschule würden sie ihn dann ganz zerfleischen, weil er immer anfängt zu heulen wie eine Hyäne, wenn ihn Leute ärgern. Und zu gescheit wäre er dafür auch.
Ich sehe auch nicht ein ganz ohne Psychotherapie die Tabletten zu geben, weil ich denke, dass es wichtig wäre zu schauen, wo die Probs herkommen. Ich rufe da gerade in einem anderen Institut noch an, wo mir jemand gesagt hat, dass die da auch schauen, warum ein Kind so ist und nicht nur wie die Frau Doktor wo jeder ADS hat der reinkommt.
Hoffe nur dass die über die Krankenkasse behandeln. Ich soll um 11 nochmal anrufen.
04.06.08 um 11:21
Es gibt auch andere Mittel und Methoden. Nur brauchen die halt Zeit. Von der Nahrungsumstellung (weil angeblich bestimmte Mängel und/oder ein Ungleichgewicht vorliegen) bis hin zu bestimmten Übungen, Alltagsstrukturumstellung usw. Aus der “Praxis” heraus würde ich sagen - wenn ein Kind tatsächlich nicht mehr klar kommt, können Medis kurzfristig unterstützend wirken. Aber daraus sollte imho keine langfristige Medikamentierung werden. Doch davon wissen die meisten Ärzte nichts und wollen es auch selten wissen. Denn schliesslich ist es nicht ihr Job, pädagogisch-therapeutische Ansätze zu vermitteln. Schon mal einen Heilpraktiker aufgesucht? Evtl. “den Kleinen” mittels diverser Übungen ein wenig “zentrieren”? Qi Gong (Falon Gong) od. Tai Chi? Mag seltsam klingen aber da muss jedes Mittel recht sein… Viel Glück und Kraft wünscht - Raas
04.06.08 um 11:53
Danke raas!
Ja Heilpraktiker, Homöopath waren wir auch schon, hab schon ziemlich viele Gänge hinter mir. Tai Chi finde ich gut, mal gucken ob er für das Interesse hätte.
04.06.08 um 22:17
Liebe Claudia !
Bin auch gerade im Forum inne-sein angekommen und habe Deine Berichte über Dich und nun das Problem mit dem Sohn ,nachempfunden.
Wenn Du bereit bist meine Hilfe anzunehmen , bitte…
Alle Liebe von Victor.
05.03.09 um 12:28
Moin Leute,
ich bin wieder einmal erschüttert. Wer als Arzt einem Kind, welches den diagnostischen Stempel “AD(H)S” aufgedrückt bekommt, Ritalin oder überhaupt Medikamentöses verordnet, handelt in meinen Augen höchst fahrlässig (ist eigentlich bekannt, dass Ritalin die Suizidalität steigert??). Hochgradig alarmierend finde ich, dass der Anteil von Psychopharmaka für Kinder und Jugendliche am gesamten Pharma-Markt ein absonderliches Wachstum aufzeigt.
Pille nehmen macht Schnauze halten und bequem werden für die genervte Umwelt: das kann und darf es wohl kaum sein!!!
Ernährungsumstellung ist auf alle Fälle anzuraten – längst ist bewiesen, dass sowohl Glutamate (und jegliche andere, oftmals ja verdeckte Geschmacksverstärker) sowie künstlich zugesetzte Phosphate wie z.B. in Wurst etc. (zumindest mit-) verantwortlich für die sogenannten Verhaltensauffälligkeiten sind. Übrigens auch für Alzheimer-Demenz.
Bezeichnend ist doch, dass sogar Ergebnisse von Studien, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung daselbst in Auftrag gegeben wurden, NICHT veröffentlich wurden, die da lauteten: Ernährungsumstellung kann die Medikation bei ADHS und sonstigen Verhaltensauffälligkeiten ersetzen.
Ich bzw. wir vom K6 Zentrum finden das skandalös!
Abgesehen von der Ernährung sind die so genannten AD(H)S-Kinder meiner Erfahrung nach schlichtweg vielfachst interessiert und begabt. Ich begleite “schwer erziehbare” (auch vernachlässigte, mißbrauchte) auffällige Kids und Jugendliche (trauma)therapeutisch, daher weiß ich, wovon ich rede. “Indigo-Kinder” ist eine der anderen Bezeichnungen für diese jenseits der Norm gestrickten, oft höchst talentierten Wesen (was beileibe nicht nur einen hohen IQ zu haben bedeutet), die – ohne Frage oftmals äußerst anstrengend bis nervend – völlig andere Bedürfnisse haben: DA liegt doch die Herausforderung!
Einer meiner Träume ist, eine ganz spezielle Schule NUR für ADHS-Kinder einzurichten. Das leider immer noch vorherrschende Schema-F-System an unseren Schulen wird schon “normalen” Kinder nicht gerecht – was für Torturen durchleben dann erst recht jene Kinder, deren Anderssein zudem pathologisiert wird. Was für ein Aufwachsen bei den ständigen Botschaften “du bist nicht ok, wie du bist…nicht normal…krank…gestört…
Neben wenigen guten sprich wirklich die Betroffenen unterstützenden Büchern zum Thema AD(H)S ist mir vor kurzem das Beste in die Hände gefallen, was zu lesen mir je begegnete. Das Buch “Du mußt dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast” von Barbara Sher. Unter anderem AD(H)S rückt danach in ein ganz anderes Licht. Ist zwar für Betroffene geschrieben, für “Scanner”, Menschen, die zig Interessen, Fähigkeiten, Fertigkeiten haben, heute dies und morgen das machen und sich nicht für DAS EINE im Leben entscheiden können, wie es jedoch von der begrenzten und begrenzendem gesellschaftlichen Norm gefordert wird). Ich finde, ein ungeheuer erweiterndes, spannendes Werk auch für Eltern. Das Buch enthält unzählige Anregungen, diese speziellen, meist völlig verkannten Hoch-Fähigkeiten zu nutzen, um zu einem Selbst-bewußten und erfüllten Leben zu finden.
Das familiensystemische Zeigefingerchen möchte ich auch noch heben: Kinder sind Symptomträger!!
Ich wünsche Dir von Herzen gute Lösungen – falls Du noch Fragen hast, erreichst Du mich über http://www.k6-zentrum.de.
Liebe Grüße von Martina Charlotte Münker
05.03.09 um 14:04
Danke für Deinen Beitrag und Deinen Buchtipp!
Ich habe mich mittlerweile komplett gegen diese Tablettenbehandlung entschieden und bin auch zu dieser Ärztin nicht mehr hingegangen. Kenne noch zwei andere Freunde von mir, die dort waren und auch mit den Tabletten heimgegangen sind. In meinen Augen ganz normale Kids, die sich nicht so dolle konzentrieren können.
So was wie ein Scanner-Mensch bin ich wohl auch, da erkenne ich mich wieder, mache alles und das gut, aber nie wirklich lange, hab immer andere Interessen…….
mal lesen
Danke und liebe Grüße von Claudi
31.03.09 um 14:46
Aus der Erfahrung mit meinen Kindern kann ich Afa-Algen und die Umstellung von Weizenmehl auf Dinkelmehl empfehlen. Cranio-Sakrale-Therapie löst Blockaden, die evtl. durch die Geburt entstanden sind. Auf jeden Fall sind ADS-Kinder grossartige Lehrmeister, auch wenn sie manchmal sehr viel Nerven kosten.
Grüßli’s
Kornelia